AKTUELLE  MELDUNGEN

 

Nachruf für Herrn Prof. Dr. Toichiro Kigawa

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

zu unserem großen Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass unser Gründungs- und Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Toichiro Kigawa am 22. Oktober 2020 im 97. Lebensjahr verstorben ist.

Toichiro Kigawa nimmt unter den vielen Juristen, die in den Beziehungen zwischen Japan und Deutschland ihre Spuren hinterlassen haben, eine ganz herausragende Stellung ein. Er war sowohl Professor als auch Rechtsanwalt und hat sich auf beiden Berufsfeldern höchstes Ansehen erworben. Schon in seinen frühen Jahren ist er nach Deutschland gekommen, um Kenntnisse im deutschen Recht zu erwerben. Im Unterschied zu vielen anderen hat er es nicht nur an Universitäten, sondern auch in der Praxis erlernt:

Über einen langen Zeitraum hinweg – nach meinen Informationen mehr als ein Jahr – hat er in den 50er Jahren bei dem Vorsitzenden Richter des Landgerichts Hamburg Luer hospitiert. Herr Luer hat – auch zu mir – immer mit großer Hochachtung über seinen Schüler Toichiro Kigawa gesprochen, der bienenfleißig Akten studierte, an Sitzungen teilnahm und sich mit ihm, dem erfahrenen Vorsitzenden einer Kammer für Handelssachen, über rechtliche Probleme auseinandersetzte. Diese sicher auch strenge Ausbildung wird einer der Gründe dafür sein, dass Prof. Kigawa ein fundiertes Wissen im deutschen Zivilprozessrecht aufwies, mit dem er mühelos einen deutschen Richter wie mich in den Schatten stellen konnte.

Die in Hamburg genossene Fürsorge und Förderung mag auch ein Grund dafür gewesen sein, dass sich Prof. Kigawa sein Leben lang für die Ausbildung junger deutscher und österreichischer Referendarinnen und Referendare eingesetzt hat. Es mögen etwa 100 gewesen sein; sie haben ihm zu seinem 80. Geburtstag ein liber amicorum gewidmet, das in der Schriftenreihe der DJJV erschienen ist und ein beredtes Zeugnis dafür ablegt, wie vielen Menschen über wie viele Jahre hinweg er seine Unterstützung hat zuteil werden lassen, damit sie die angestrebten Kenntnisse im japanischen Recht erwerben konnten. Er war dabei der perfekte Lehrer, hat er doch wissenschaftlich fundiertes Wissen mit umfassenden Kenntnissen aus der Praxis verknüpfen und vermitteln können – und dies in perfektem Deutsch.

Und so nimmt es denn auch nicht wunder, dass er einer der Gründungsmitglieder der im Jahre 1988 gegründeten Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung war. Als ich ihn 1984 in Tokio kennenlernte, habe ich ihn auf die Mitwirkung bei der ins Auge
gefassten Gründung angesprochen und er war von Beginn an ein herausragender Förderer der Idee und Unterstützer ihrer Umsetzung in die Tat. So war er es, der die anfänglichen finanziellen Probleme der Gründungszeit nicht nur durch das Sammeln von Spenden in erheblichem Umfang, sondern auch durch maßgebliche eigene Zuwendungen gelindert hat. Auch in seiner Funktion als Mitglied des Kuratoriums der DJJV hat er der Vereinigung durch Rat und Tat zur Verfügung gestanden und hat sich nicht gescheut, zu den Sitzungen des Kuratoriums aus Tokio nach Deutschland anzureisen.

Der Bundespräsident hat sein herausragendes Wirken als Bindeglied zwischen Japan und Deutschland 1994 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse gewürdigt.

Die DJJV hat ihm besonders viel zu verdanken. Wir haben mit ihm einen großartigen Förderer und einen guten Freund verloren, der unvergessen bleiben wird.

Dr. Jan Grotheer
Ehrenpräsident der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung

 

 

Online-Interview mit Herrn Prof. Tomoaki KURISHIMA zum Thema „Bestandsaufnahme: Die Rolle des japanischen Kaisers in der Corona-Krise und der Stand der Diskussion um die Verfassungsänderung nach Abe“

 

Am 22. Oktober 2020 wurde erstmals ein von der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern gemeinsam veranstaltetes Online-Interview angeboten.

Unter dem Titel „Bestandsaufnahme: Die Rolle des japanischen Kaisers in der Corona-Krise und der Stand der Diskussion um die Verfassungsänderung nach Abe“ hat Herr Prof. Tomoaki KURISHIMA (Universität Saitama) mit dem Vorstandsmitglied der DJG Bayern, Frau Kiriko Nishiyama, und dem Vizepräsidenten der DJJV, Herrn Dr. Oliver Schön, über aktuelle Entwicklungen in Japan gesprochen.

Der Podcast,  https://drive.google.com/drive/folders/1up9wQcmtgE2Ca5Bqmhq8EB5KKwOAdgQg?usp=sharing bzw. das Video, https://youtu.be/-v-HBWK00Ms, stehen nun zum Nachhören bzw. Nachstreamen bereit. Wir bitten zu entschuldigen, dass wegen eines Aufnahmefehlers die ersten 30 Sekunden bei beiden Aufnahmen fehlen.

Webinar (Zoom) des JIIART und des Chuo University Comparative Law Culture Project  am 03.11.2020 zwischen 16.00 und 18.00 Uhr japanischer Zeit

Hiermit möchten wir Sie auf ein kostenfrei zugängliches und englischsprachiges Webinar der vorgenannten Veranstalter mit folgendem Inhalt hinweisen:

1. Opening Remarks
Speaker: Professor Shin-Ichiro Abe,
JIIART Chairman, Partner at Kasumigaseki International Law Office, Visiting Professor at Chuo Law School and Kokushikan University

2. Keynote Address1
“Artificial Intelligence and Technology in the Covid-19 Era”
Speaker: Professor Dr. Colin Ong Q.C.,
Chair of JIIART Advisory board, Chartered Arbitrator

3. Keynote Address 2
“Building Capacity in Japan for International Commercial Arbitration”
Speaker: Justice Anselmo Reyes SC,
International Judge, Singapore International Commercial Court; Member, JIIART Advisory Board

4.Panel Discussion
“Arbitration issues arising during the Covid-19 Era?”
Moderator:
Professor Dr. Colin Ong Q.C.,
Chair of JIIART Advisory board, Chartered Arbitrator

Panelist :
Justice Anselmo Reyes SC,
JIIART Advisory Board, International Judge, Singapore International Commercial Court

Dr. Rouven F. Bodenheimer,
JIIART Advisory Board, Chartered Arbitrator, Chartered Institute of Arbitrators (Fellows)

Professor James Claxton,
Professor at St. Paul University (Tokyo)

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.chuo-u.ac.jp/research/branding/comparative_law/event/2020/09/51078/.

Ihre Registrierung können Sie unter https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfq3-N6SG35xxyyYyMTwBdZrb_4L6B67OMxn4g8suHZjMQUkw/viewform vornehmen.

Human-centric Artificial Intelligence: 2nd French-German-Japanese Symposium (16.-20.11.2020)

Wir möchten Sie gerne auf eine Veranstaltung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses Tokyo (DWIH Tokyo), der Französischen Botschaft in Japan und des AI Japan R&D Network, die im Zeitraum vom 16.11. bis zum 20.11.2020 stattfinden wird, aufmerksam machen. Es handelt sich dabei um das Thema "Human-centric Artificial Intelligence: 2nd French-German-Japanese Symposium". Die DJJV hat an dem rechtlichen Thema mitgearbeitet und auch Referenten aus Frankreich und aus Deutschland gewinnen können. Die Teilnehmenden erwarten Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops von mehr als 60 renommierten KI-Expert*innen der drei Länder sowie spannende Netzwerk-Möglichkeiten in einer virtuellen 3D-Konferenzwelt.

Weitere Informationen & Registrierung (bis 25.10.): https://www.ai-symposium-france-germany-japan.com/

Videos aller Vorträge der Tagung "Reaktionen auf Corona im japanischen und deutschen Recht" sind online abrufbar

Im Rahmen der von dem MPI zusammen mit der DJJV ausgerichteten virtuellen Tagung am 19. und 20. August 2020 wurden drei durch die Pandemie betroffene Rechtsgebiete des Zivilrechts beleuchtet: das Schuldrecht, das Arbeits- sowie das Prozessrecht. Ein weiteres Panel widmete sich dem öffentlich-rechtlichen Rahmen. Die Videos aller Vorträge stehen nun zum Nachstreamen unter folgendem Link bereit: https://www.mpipriv.de/reaktionen-auf-corona
 

Rückblick und Ausblick des Präsidenten der DJJV, Herrn Hironaga Kaneko, mit Datum vom 02.09.2020

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der Deutsch-Japanischen Juristenvereinigung!

Im Namen des Vorstandes darf ich Sie ganz herzlich grüßen. Hoffentlich haben Sie gesund und wohlbehalten den Sommer hinter sich gebracht.

Am 19./20.08.2020 wurde das virtuelle deutsch-japanische Symposium zu Corona und Recht im Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg in Zusammenarbeit mit der DJJV durchgeführt. Es hat über 90 Anmeldungen gegeben, womit das Limit von 100 möglichen Teilnehmern fast ausgeschöpft worden ist. An beiden Tagen waren permanent zwischen 60 und 70 Teilnehmer aus Deutschland, Japan und weiteren Ländern zugeschaltet. Das Niveau der Vorträge war sehr hoch. Es wurde intensiv per Wortbeitrag oder per Chat diskutiert. Die Videos mit den Vorträgen sind voraussichtlich ab Mitte September auf der Homepage des Max-Planck-Instituts frei zugänglich. Die japanischen Vorträge sollen in Heft 51 der Zeitschrift für Japanisches Recht abgedruckt werden.

Trotz der Corona-Krise setzen wir unsere Arbeit fort. Im Dezember 2020 soll das Jubiläumsheft der Zeitschrift für Japanisches Recht (Heft 50) erscheinen.

In der Zeit vom 16.11. bis 20.11.2020 soll das trilaterale Symposium (Japan, Deutschland und Frankreich) zur künstlichen Intelligenz virtuell in Tokyo unter der Federführung des Deutschen Wirtschafts- und Innovationshauses Tokyo (DWIH Tokyo) stattfinden. Die DJJV wird mitwirken. Für den rechtswissenschaftlichen Teil sind nur zwei Stunden vorgesehen.

Für 2021 planen wir ein rechtsvergleichendes Symposium zwischen Japan und Deutschland über AI und Law in Tokyo. Der Ort des Symposiums steht noch nicht fest.

Vor den Olympischen Spielen in Tokyo soll das geplante, aber abgesagte Sportrechtsymposium in München im Jahr 2021 stattfinden.

Eine Mitwirkung der DJJV an anderen Japan-bezogenen Veranstaltungen im Jahr 2021 ist auch in Hinblick auf die Feier des Jubiläums "160 Jahre deutsch-japansiche Beziehungen" in Planung.

Solange die Corona-Pandemie noch anhält, ist von einzelnen Präsenz-Vortragsveranstaltungen und auch von gemeinsamen Stammtischterminen wohl abzuraten.

Wegen des Erfolgs des ersten virtuellen deutsch-japanischen Symposiums ist ein ähnliches Format für weitere Veranstaltungen ebenfalls denkbar.

Wir freuen uns auf Ihre konstruktive Kritik und Anregungen. Bitte zögern Sie nicht, uns, den Vorstand, einschließlich des Generalsekretariats anzusprechen.

Bleiben Sie bitte gesund!
Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Hironaga Kaneko, Präsident

Hironaga Kaneko und Prof. Dr. Harald Baum mit dem Preis des japanischen Außenministers ausgezeichnet

Voller Freude teilen wir mit, dass das Außenministerium von Japan den Präsidenten Hironaga Kaneko und den Vizepräsidenten Prof. Dr. Harald Baum mit dem Preis des Außenministers ausgezeichnet hat. Die feierliche Überreichung des Preises fand am 16. Dezember 2019 in der Residenz des Botschafters von Japan S.E. Takeshi Yagi statt. Dabei überreichte Botschafter Yagi den Preisträgern in einer würdigen Zeremonie in Anwesenheit von Vertretern des BMJV sowie Mitgliedern des Vorstandes und des Kuratoriums der DJJV die Preisurkunde.

Mit dem Preis des Außenministers werden Personen und Institutionen ausgezeichnet, die sich mit vielfältigen Beiträgen für die Vertiefung der freundschaftlichen Beziehungen zu Japan in besonderem Maße Verdienste erworben haben.

Botschafter Yagi hob in seiner Ansprache hervor, dass die beiden Preisträger seit ihrer Wahl zu Vizepräsidenten der DJJV im Jahr 1995 herausragenden und erfolgreichen Einsatz für die Intensivierung der Beziehungen zwischen Japan und Deutschland auf dem Gebiet des Rechts gezeigt haben.

Beide Preisträger haben maßgeblichen und unverzichtbaren Einfluss auf die jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit der DJJV genommen. Dazu gehören unter anderem zahlreiche Veranstaltungen, die Herr Kaneko persönlich organisiert hat, sowie die Zeitschrift für Japanisches Recht, die Herr Prof. Dr. Baum entwickelt und als Herausgeber von Beginn an gestaltet hat.

Wir freuen uns sehr, dass mit diesen Auszeichnungen sowohl die Preisträger gewürdigt als auch die DJJV von japanischer Seit so positiv wahrgenommen worden sind und gratulieren Hironaga Kaneko und Harald Baum sehr herzlich.

Jan Grotheer

Ehrenpräsident der DJJV